Anschreiben oder Motivationsschreiben: Der Unterschied und wann du was brauchst

Anschreiben für die Stelle, Motivationsschreiben für Studium, Stipendium oder Praktikum: der Unterschied in einer Tabelle, Aufbau von beiden und häufige Fehler.

Jorge Silva

3 Min. Lesezeit

Ein Anschreiben gehört zu einer Bewerbung um eine Stelle und erklärt, warum du für genau diesen Job passt. Ein Motivationsschreiben brauchst du meist für einen Studienplatz, ein Stipendium, ein Praktikum oder ein Auslandsprogramm, und es erklärt, warum dich das Thema antreibt. Im Alltag werden beide Wörter oft gleich benutzt. Wenn eine Stellenanzeige ein Motivationsschreiben verlangt, ist fast immer ein Anschreiben gemeint.

Der Unterschied auf einen Blick

Anschreiben
Motivationsschreiben
Wofür
Bewerbung auf eine Stelle
Studienplatz, Stipendium, Praktikum, Freiwilligendienst, Auslandsprogramm
Kernfrage
Warum passt du zu dieser Stelle?
Warum willst du das, und was treibt dich an?
Inhalt
Erfahrung, Erfolge, Fähigkeiten aus der Anzeige
Interessen, Werdegang, Ziele, persönliche Gründe
Länge
Eine Seite
Eine bis zwei Seiten, wenn nicht anders verlangt
Ton
Sachlich und auf die Stelle bezogen
Persönlicher, aber trotzdem konkret
Form
Geschäftsbrief, oft nach DIN 5008
Freier, oft ohne Briefkopf

Was gehört in ein Anschreiben?

Ein Anschreiben beantwortet drei Fragen: Was bringst du mit, warum passt das zur Stelle und warum willst du zu diesem Unternehmen?

  1. Einstieg: Auf welche Stelle bewirbst du dich und was ist dein stärkstes Argument? Vermeide den Satz „hiermit bewerbe ich mich“.
  2. Hauptteil: Zwei oder drei Anforderungen aus der Anzeige, jeweils mit einem Beispiel aus deiner Erfahrung und einem Ergebnis.
  3. Bezug zum Unternehmen: Ein konkreter Grund, warum du dort arbeiten willst.
  4. Schluss: Frühester Eintrittstermin, bei Bedarf Gehaltsvorstellung, und die Bitte um ein Gespräch.

Wie du die einzelnen Teile formulierst, zeigen wir im Artikel Anschreiben schreiben: So überzeugst du Recruiter. Fertige Vorlagen findest du unter Anschreiben-Vorlagen.

Was gehört in ein Motivationsschreiben?

Beim Motivationsschreiben zählt deine Geschichte. Die Auswahlkommission will verstehen, warum du dich für das Fach, das Stipendium oder das Programm entscheidest und was du damit vorhast.

  1. Einstieg: Ein Erlebnis, eine Frage oder ein Projekt, mit dem dein Interesse begonnen hat.
  2. Werdegang: Schule, Studium, Praktika oder Ehrenamt, die dich auf dieses Ziel vorbereitet haben.
  3. Warum dieses Programm: Was bietet genau diese Hochschule, Stiftung oder Organisation, und was nicht jede andere?
  4. Ziele: Was willst du danach tun, und wie hilft dir das Programm dabei?

Bleib auch hier konkret. Sätze wie „ich interessiere mich schon immer für Wirtschaft“ liest jede Kommission hundertfach.

Wann ist ein Motivationsschreiben bei einer Jobbewerbung gemeint?

Manche Unternehmen schreiben „Motivationsschreiben“ und meinen ein Anschreiben, besonders bei Praktika, Ausbildungsplätzen und Trainee-Programmen. Dann gilt:

  • Lies die Anzeige genau. Fragt sie nach deiner Motivation für den Beruf, lege etwas mehr Gewicht auf das „Warum“.
  • Bleib bei einer Seite. Auch ein Motivationsschreiben für einen Job sollte nicht länger sein.
  • Verbinde beides. Zeig deine Motivation an einem Beispiel aus Schule, Studium oder Arbeit, statt sie nur zu behaupten.

Häufige Fehler bei beiden

  • Lebenslauf nacherzählen. Das Schreiben soll erklären, was dein Lebenslauf nicht zeigt, nicht ihn wiederholen.
  • Ein Text für alle Bewerbungen. Personaler erkennen Serienbriefe sofort. Pass mindestens Einstieg und Hauptteil an.
  • Floskeln ohne Beleg. „Teamfähig“, „belastbar“ und „motiviert“ sind wertlos ohne Beispiel.
  • Falscher Ansprechpartner. Prüf Namen und Schreibweise in der Anzeige oder auf der Website.
  • Tippfehler. Lies den Text laut vor oder lass ihn gegenlesen.

Und der Lebenslauf?

Beide Schreiben werden zusammen mit dem Lebenslauf gelesen. Er sollte die Beispiele aus deinem Schreiben bestätigen. Vorlagen findest du unter Lebenslauf-Vorlagen, und ob dein Lebenslauf durch Bewerbermanagementsysteme kommt, prüfst du kostenlos mit dem Lebenslauf-Check. Mehr zur ganzen Bewerbung findest du im Ratgeber Bewerbung.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Anschreiben und Motivationsschreiben?

Das Anschreiben gehört zur Bewerbung auf eine Stelle und erklärt, warum du zu diesem Job passt. Das Motivationsschreiben brauchst du meist für Studienplätze, Stipendien, Praktika oder Auslandsprogramme, und es erklärt, was dich antreibt.

Wie lang ist ein Motivationsschreiben?

Eine bis zwei Seiten, wenn die Hochschule oder Organisation nichts anderes vorgibt. Für eine Jobbewerbung bleib bei einer Seite.

Was tun, wenn eine Stellenanzeige ein Motivationsschreiben verlangt?

Meist ist ein Anschreiben gemeint. Schreib eine Seite und leg etwas mehr Gewicht auf deine Gründe für den Beruf, belegt mit einem Beispiel.

Diesen Artikel teilen

KI-Tools für die Bewerbung

Ähnliche Artikel