Ratgeber

Vorstellungsgespräch: so bereitest du dich vor und das antwortest du

Gute Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch heißt: Du kennst das Unternehmen und die drei wichtigsten Aufgaben der Stelle, hast fünf oder sechs kurze Beispiele aus deiner Arbeit nach der STAR-Methode parat, kennst deine Gehaltsvorstellung als Jahresbrutto und hast zwei eigene Fragen für das Ende des Gesprächs.

Von Jorge Silva

Wie bereitest du dich auf ein Vorstellungsgespräch vor?

Lies die Anzeige noch einmal und schreib die drei wichtigsten Aufgaben der Stelle heraus. Zu jeder bereitest du ein Beispiel aus deiner Arbeit vor, das zeigt, dass du sie schon erledigt hast. Schau dir die Website und die Social-Media-Kanäle des Unternehmens an: neue Produkte, Standorte, Pressemitteilungen.

Schreib dir deine eigenen Fragen auf und nimm sie mit, das empfiehlt auch die Bundesagentur für Arbeit. Plane den Weg so, dass du zehn Minuten zu früh da bist, und leg Lebenslauf und Anschreiben ausgedruckt bereit.

Welche Fragen kommen fast immer?

Die meisten Gespräche beginnen mit denselben fünf Fragen. Bereite für jede eine Antwort vor und sag sie mindestens zweimal laut: Beim ersten Mal dauert sie meist drei Minuten, beim dritten Mal eine. Lern keine Sätze auswendig, sondern merk dir drei Punkte und ein Beispiel.

  • „Erzählen Sie etwas über sich.“: wer du beruflich bist, zwei passende Ergebnisse, warum diese Stelle. Eine Minute.
  • „Warum möchten Sie bei uns arbeiten?“: etwas, das das Unternehmen gerade macht, und wie es zu deiner Erfahrung passt.
  • „Was sind Ihre Stärken und Schwächen?“: je eine, jeweils mit einem Beispiel aus der Arbeit.
  • „Warum wollen Sie wechseln?“: was du suchst, ohne deinen jetzigen Arbeitgeber schlechtzumachen.
  • „Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“: eine Richtung, die diese Stelle dir wirklich bietet.

Wie beantwortest du Fragen mit der STAR-Methode?

Fragen wie „Erzählen Sie von einer Situation, in der …“ prüfen, wie du wirklich gearbeitet hast. Antworte nach STAR: Situation (der Rahmen in einem Satz), Task (deine Aufgabe), Action (was du selbst getan hast, nicht das Team) und Result (was sich verändert hat, am besten mit einer Zahl). Zwei Minuten pro Antwort reichen.

  • Ein Konflikt im Team und wie du ihn gelöst hast.
  • Ein eigener Fehler und was du daraus gemacht hast.
  • Eine Situation unter Zeitdruck.
  • Eine Verbesserung, die du aus eigener Initiative eingeführt hast.

Welche Fragen sind im Vorstellungsgespräch unzulässig?

Das AGG verbietet, Bewerberinnen und Bewerber wegen ethnischer Herkunft, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter oder sexueller Identität zu benachteiligen (§ 1 und § 7 AGG). Fragen nach einer Schwangerschaft, Familienplanung, Religion oder Krankheiten ohne Bezug zur Stelle sind deshalb in aller Regel unzulässig.

Du musst darauf nicht antworten. Sag ruhig, dass du keinen Bezug zur Stelle siehst, und lenk das Gespräch zurück auf das, was du kannst. Notiere dir Datum, Frage und die anwesenden Personen, falls du später Ansprüche nach dem AGG geltend machen willst: Dafür gilt eine Frist von zwei Monaten (§ 15 AGG).

Was sagst du bei der Frage nach dem Gehalt?

In Deutschland nennst du dein Gehalt als Jahresbrutto. Gib eine Spanne an, deren unteres Ende ein Betrag ist, den du annehmen würdest, und bezieh dich auf die Spanne in der Anzeige, wenn es eine gibt.

Zum Vergleich: Stand 25. Oktober 2026 nennen 8.043 der 36.707 offenen Stellen in Berlin, die Apply4Me verfolgt, ein Gehalt. Die Hälfte davon liegt zwischen 34.500 € und 49.000 € brutto im Jahr, der Median bei 39.000 €. Für deinen Beruf findest du die Werte auf der Stellenseite deiner Stadt und in der Verdienststatistik von Destatis.

Wie läuft ein Video-Interview ab?

Die erste Runde läuft oft über Teams, Zoom oder Google Meet, manchmal auch als aufgezeichnete Antworten ohne Gesprächspartner. Öffne den Link am Vortag auf dem Gerät, das du nutzen wirst, und prüf Kamera, Mikrofon und den angezeigten Namen. Stell die Kamera auf Augenhöhe, setz dich mit dem Gesicht zum Fenster und schalte Benachrichtigungen stumm.

Was tust du nach dem Gespräch?

Schick innerhalb eines Tages ein kurzes Dankeschön mit einem Satz, der sich auf das Gespräch bezieht. Ist der genannte Termin für die Entscheidung vorbei, frag einmal nach. Nach einer Absage bitte um Feedback: Du bekommst es nicht immer, aber wenn, ist es der beste Hinweis für das nächste Gespräch.

Häufige Fragen

Wie beantworte ich „Erzählen Sie etwas über sich“?

In etwa einer Minute: wer du beruflich bist, ein oder zwei Ergebnisse, die zur Stelle passen, und warum dich diese Stelle interessiert. Kein Lebenslauf ab der Schulzeit.

Was ist die STAR-Methode?

Eine Art, auf Fragen nach konkreten Situationen zu antworten: Situation, Task, Action, Result. Sie hält die Antwort kurz und endet mit einem Ergebnis statt mit einer Liste von Aufgaben.

Muss ich auf die Frage nach einer Schwangerschaft antworten?

Nein. Die Frage ist nach dem AGG in aller Regel unzulässig. Du kannst sie freundlich zurückweisen und zum Thema der Stelle zurückkehren.

Welche Fragen stelle ich am Ende?

Woran merken Sie nach drei Monaten, dass die Besetzung gut war? Mit wem arbeite ich im Alltag zusammen? Wie geht es nach diesem Gespräch weiter, und wann entscheiden Sie?

Quellen

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